Zwei – Alpha
Die psychische Sucht
Meinem Empfinden nach, gestaltet sich diese Sucht oder auch Abhängigkeit als sehr schwierig zu erkennen, da sie meist fließend aus Alltagsgewohnheiten über den Verlust der Balance beziehungsweise der Verhältnismäßigkeit entsteht, so zumindest bei mir. So beispielsweise die Entstehung einer Pornographiesucht: Diese fängt durch Fantasie, die Vorstellung von Bildern oder Vorgängen an, oder Jungen finden in Modezeitschriften oder – entsprechenden Websites erotische Models und sexuell stimulierende Fotografien eben dieser. Nicht selten werden diese als Onaniervorlage eingesetzt, und unser Organismus beziehungsweise das Gehirn reagiert darauf. Je nachdem wie unser Setting ist, also, in welchen sozialen Verhältnissen wir leben, bedienen wir uns dieser Mittel eben selten oder häufig.
Es ist klar, sollten wir einigermaßen gesunde Strukturen um uns herum haben, die uns auch erreichen und gewissermaßen emotional befriedigen, – dazu gehören auch elterliche oder geschwisterliche Fürsorge, im Sinne von Zuwendung in Form von beispielsweise Gesprächen und körperlicher Nähe und Kontakt, dann ist es wahrscheinlich, dass diese Mittel nicht zum Ersatz dienen, sondern nur als Erweiterung, und somit untergeordnet eingestuft werden.
Dagegen, im sozial verkümmerten Umfeld, wo Einsamkeit und Distanz, vielleicht sogar auf mehreren Ebenen, vorherrschen, sowie mangelndes Verständnis, besteht die Möglichkeit, diese MIttel als Ersatz eben dieser Defizite einzusetzen, und die Häufigkeit des Konsums wird – nicht zuletzt aufgrund der ungewöhnlichen körperchemischen Reaktion – wahrscheinlich wesentlich häufiger eingesetzt.
Die Häufigkeit beziwhungsweise die Abstände des Konsums, begünstigen natürlich einen gewissen Gewöhnungseffekt. Damit wäre der Weg hin zur Spirale, zur Suche also nach dem nächsten psychischen Kick, ist geebnet.